Veranlasst durch einige Gespräche über Ende-zu-Ende-Verschlüsselung (E2EE) und die Sicherheit von Direktnachrichten („Private Erwähnungen“) habe ich mich damit beschäftigt, welche Möglichkeiten Betreiberinnen und Betreiber einer Mastodon-Instanz grundsätzlich haben, auf die Direktnachrichten angemeldeter Nutzerinnen und Nutzer zuzugreifen. Die zentrale Frage war für mich, ob ein solcher Zugriff auch über Admin-Tokens in Verbindung mit Python möglich ist oder ob er ausschließlich über direkten Serverzugriff – und damit unmittelbaren Zugriff auf die Datenbank – erfolgen kann.
Die meisten Mastodon-Instanzen im Fediverse dürften bei Fully-Managed-Hostern wie Masto.host oder Ossrox betrieben werden. Das erschwert den direkten Datenbankzugriff für die eigentlichen Instanzbetreiber etwas. Natürlich stellen auch Fully-Managed-Hoster den Betreibern Zugriff auf gespeicherte Daten bereit, etwa in Form von Backups oder beim Umzug bzw. Schließen einer Instanz.
Für einen alltäglichen, unbemerkten 24/7-Zugriff auf alle privaten Erwähnungen wäre jedoch ein API-Zugriff deutlich einfacher. Gelegenheit macht bekanntlich Diebe – und wenn Direktnachrichten per Knopfdruck abrufbar wären, wäre das zumindest relevant, um unbedarften Nutzerinnen und Nutzern die Risiken unverschlüsselter Kommunikation und die tatsächliche Funktionsweise privater Erwähnungen besser zu erklären.
Ergebnis meiner Versuche ist, dass es über die Mastodon-API nicht möglich ist, fremde Direktnachrichten auszulesen – auch nicht mit einem Admin-Token. Ohne direkten Datenbankzugriff ist ein Auslesen allein über das Mastodon-Backend selbst mit vollständigen Admin-Rechten und einem Token mit allen Berechtigungen nicht möglich. Mastodon filtert diese Nachrichten auf API-Ebene heraus – nur die direkt beteiligten Nutzenden können sie lesen.
Es gilt weiterhin, dass Direktnachrichten bei Mastodon nicht Ende-zu-Ende-verschlüsselt sind. Sie liegen im Klartext in der Datenbank und jemand mit Zugang zum Server (Serveradministration) kann sie theoretisch lesen.
Fazit
Für normale Gespräche auf Mastodon sind Direktnachrichten ausreichend geschützt. Die API-Schnittstelle verhindert effektiv, dass Admins einfach „mal eben“ Nachrichten mitlesen können. Für wirklich sensible Kommunikation sollte man Dienste mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung nutzen (Signal Messenger, Matrix, PGP). Mastodon-Direktnachrichten sind etwa so privat wie E-Mails: Für die meisten Zwecke gut genug, aber kein Ersatz für echte Verschlüsselung bei hochsensiblen Inhalten.